Kauf der Stromnetze in den Ortsteilen wird besiegelt

Kauf der Stromnetze ist besiegelt

Stadtwerke ab 1.1.2020 Netzbetreiber der Ortsteile

Die Verhandlungen zur Stromnetzübernahme in den Ortsteilen von Stockach sind abgeschlossen, am 5. Februar 2019 wurde der Kaufvertrag über den Eigentümerwechsel unterzeichnet. Ab dem 01. Januar 2020 sind die Stadtwerke Stockach dann, parallel zum Stromnetz der Kernstadt, neuer Konzessionär und Betreiber für das Stromnetz in den Ortsteilen.

20 Jahre galt der Konzessionsvertrag zwischen der Netze BW und der Stadt Stockach für die Versorgung der Ortsteile Espasingen, Hindelwangen, Hoppetenzell, Mahlspüren im Hegau, Seelfingen, Mahlspüren im Tal, Raithaslach, Wahlwies, Winterspüren und Zizenhausen. Die Stadt Stockach hat in der Gemeinderatssitzung am 12. März 2014 über einen neuen Konzessionsvertrag mit einer Laufzeit von 20 Jahren entschieden.

Dem Abschluss des neuen Konzessionsvertrages war ein transparentes Ausschreibungsverfahren mit standardisierten Kriterien voran gegangen, aus dem die Stadtwerke Stockach schließlich als Gewinner und neuer Konzessionär hervorging. Es folgten komplexe Verhandlungen zur technischen Netztrennung, aus der die technische Entflechtungsvereinbarung zwischen dem Altkonzessionär und den Stadtwerken Stockach entstand und die im Juli 2017 vertraglich besiegelt wurde. Die Einigung über die Eckpunkte des Kaufvertrages für das Stromnetz folgte dann im Dezember 2018.

Die Entflechtungsvereinbarung - das Kernstück der Konzessionsübernahme - regelt welche Leitungen bei der Netze BW verbleiben und welche an die Stadtwerke Stockach übergehen sollen. Die technische Herausforderung liegt darin, dass sich das Umspannwerk der Netze BW in Mitten der Kernstadt befindet. Aus diesem Grund verbleibt zunächst ein Großteil der 20kV-Mittelspannungsleitungen im Eigentum der Netze BW. „Diese Mittelspannungsleitungen versorgen nicht nur die Netze der Gemarkung Stockach mit elektrischer Energie, sondern führen den Strom über die Grenzen hinaus weiter in andere Gemeinden“, erläutert Matthias Steiner, Leiter Konzessionsmanagement Netze BW.

Die Ortsteile werden mittels Niederspannungsmessungen in den vorhandenen Trafostationen in das Stromnetz der Kernstadt eingebunden. Zusätzlich wird eine Mittelspannungsleitung in das Industriegebiet Hardt verlegt sowie das bereits im Jahr 2015 gebaute "Schaltwerk II Risstorf" erweitert. Jürgen Fürst resümiert: „Mit der Übernahme der Stromversorgung haben wir jetzt Einfluss auf die Entwicklung der gesamten Netzinfrastruktur in Stockach. Die Verhandlungen, die seitens der Stadtwerke durch die Beratungsgesellschaft Rödl & Partner begleitet wurden, waren aufgrund der Komplexität in technischer, juristischer und wirtschaftlicher Sicht langwierig, aber letztlich haben wir uns mit dem Altkonzessionär Netze BW auf eine wirtschaftliche und sinnvolle Lösung für die Netzübernahme geeinigt.“ „Für die Stadtwerke Stockach ist die Netzübernahme ein großer Meilenstein in der bisherigen und künftigen Unternehmensentwicklung", so Bürgermeister Rainer Stolz.

Die technischen Umbauten stehen für 2019 an, die Stromnetzübernahme soll dann zum 01.01.2020 realisiert werden. „Ab dann sind die Stadtwerke Stockach Stromnetzbetreiber in allen Ortsteilen“, freut sich Jochen Stein, Prokurist der Stadtwerke Stockach, über diesen positiven Abschluss der Verhandlungen.

Im Bild v.l.:
Matthias Steiner, Leiter Konzessionsmanagement Netze BW, Bürgermeister Rainer Stolz, Jürgen Fürst, Geschäftsführer der Stadtwerke, hintere Reihe: Julia Guster, Leiterin Netzkunden Strom Netze BW, Daniel Jundt, Leiter Controlling Netze BW, Jochen Stein, Prokurist kaufmännischer Bereich Stadtwerke Stockach, Tobias Graf, Bereichsleiter Technik Stadtwerke Stockach

 

Alle Fakten auf einen Blick:

Ca. 60 Transformationenstationen
Ca. 67 km Niederspannungskabel
Ca. 62 km Niederspannungsfreileitungen
Ca. 36 km Niederspannung Hausanschlusskabel
Ca. 6000 Zähler (nach Netzübernahme Verdopplung der Zähleranzahl)

Technische Maßnahmen in 2019

Im Laufe des Jahres sukzessiver Ausbau der Stationen in 10 Ortsteilen von Stockach.
Bis Herbst 2019 Bau der Leitung zum Industriegebiet Hardt und Ausbau des Schaltwerks II Rißtorf.

Technische Herausforderungen

Die Stadtwerke Stockach übernehmen ein flächenmäßig fünf Mal so großes Niederspannungsnetz mit hohem Freileitungsanteil im Verhältnis zum bestehenden Stromnetz in der Kernstadt.

Was ändert sich für den Verbraucher

Der Stromkunde hat künftig in Stockach und den Teilorten einen Netzbetreiber und somit einen Ansprechpartner. Ab dem 1.1.2020 sind die Stadtwerke dann Ansprechpartner bei Störungen im Netz.

Wen betrifft die Umstellung, gibt es während des technischen Umbaus Stromausfälle

Die Maßnahmen betreffen alle Kunden in den genannten Ortsteilen, mit Ausnahme von einigen wenigen Mittelspannungskunden sowie Kunden bei denen der Netzkopplungspunkt bei der Netze BW geografisch und wirtschaftlich sinnvoller ist.

Investitionssumme

Insgesamt rund 4 Mio. € für Kauf, Entflechtung und Einbindung in das Netz.

Konzessionsabgaben

Die Stadt erhält die gesetzliche Konzessionsabgabe zukünftig ab dem 01. Januar 2020 von den Stadtwerken Stockach (bisher von Netze BW).

 

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